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Gleislinse

Daten

Ehemaliger Rangierbahnhof Schöneweide
Berlin-Adlershof
Bauherr WISTA.Plan GmbH (ehemals Adlershof Projekt GmbH)
Planung 2014-2017
Realisierung 2018/19
Leistungsphasen 1-9
Bausumme 930.000 €
Fläche 3 ha

Die Transformation ehemaliger Bahngrundstücke und die Schaffung neuer, Freiräume die Nutzung und Naturschutz vereinen gehören zu den aktuellen Aufgaben der Landschaftsarchitektur in der Großstadt.

Aufgabe und Ort

Auf dem Gelände der sog. "Gleislinse" in Adlershof wird derzeit ein neuer Gewerbestandort entwickelt. Dafür wurde das langgestreckt ovale, linsenförmige Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs Schöneweide beräumt. Zwischen dem Bebauungsgebiet und der S- und Fernbahnstrecke sollte ein etwa 800 Meter langes grünes Band mit Geh- und Radweg entstehen, der nicht zuletzt die nahegelegenen Parks in Johannisthal und der Köllnischen Heide miteinander verbindet.

Unser Konzept

Bei der Gestaltung des Grünzugs am Rande der sogenannten Gleislinse fanden die Belange des Natur- und Artenschutzes besondere Berücksichtigung. Der Erhalt und die Integration von vorhandenen Biotopen für Zauneidechsen oder den seltenen Steinschmelzer waren wichtiger Teil unseres Konzepts. Daher haben wir unsere räumlich-funktionale Gestaltung an vorhandenen Strukturen orientiert. Ein zentrales Element des Entwurfs ist der innerhalb des Grünzugs verlaufende Geh- und Radweg, welcher als wichtiger Bestandteil der übergeordneten Erschließung zwischen den Bahnhöfen Schöneweide und Adlershof sowie dem Landschaftspark Johannisthal und der Köllnischen Heide fungiert.

Der neue Grünzug

Entlang des neuen, asphaltierten Geh- und Radweges verläuft zur Betonung der Axialität ein graues Plattenband. Zu beiden Seiten liegen besonders schützenswerte Trockenrasenstandorte und wertvolle Habitatsflächen der Zauneidechse, die den Schotter der ehemaligen Gleisflächen als Lebensraum schätzt. Die Überreste der früheren Nutzung haben wir nicht nur erhalten, sondern auch gestalterisch integriert: Aufeinander lagernde Betonschwellen dienen als rhythmisierende, gliedernde Landmarke sowie als neuer Lebensraum für die heimische Fauna. An diesen Schwellenblöcken haben wir als Referenz an die vergangene Bahngeschichte im Abstand von je hundert Metern sogenannte Hektometerzeichen befestigt. Am Wegesrand befindliche Infotafeln informieren den Besucher über die lebendige Geschichte des Ortes sowie die ökologische Vielfalt der Gleislinse. Die neue Verbindung von Nordwest nach Südost wird an ihrem südlichen Ende durch eine Querverbindung an den angrenzenden Landschaftspark Johannisthal angeschlossen.