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Kita Ruheplatzstraße

Daten

Ruheplatzstraße 13
Berlin-Wedding
Bauherr Kindergarten City
Planung 2017
Realisierung 2017
Leistungsphasen 1–9
Bausumme 410.000 €
Fläche 2.900 qm

Gerade in der Großstadt stehen Kindertagesstätten vor der Herausforderung, in ihren Gärten auf engem Raum vielgestaltige Angebote für unterschiedliche Altersklassen zu machen. Die Lösung liegt oft in einer überlegten Strukturierung.

Ort und Aufgabe

Der langgestreckte große Garten und Spielbereich der städtischen Kita befindet sich auf der Rückseite des Gebäudes. Die Kita gliedert sich in eine Krippe für die Kleinsten mit rund 60 Kindern und einen Bereich für die Älteren mit rund 110 Kindern. Aufgabe war eine zeitgemäße Neugestaltung der intensiv genutzten Außenfläche anlässlich der Sanierung des Gebäudes. Das ganzheitliche Betreuungsangebot der Einrichtung sollte um den Freiraum ergänzt werden.

Unser Konzept

Unser Ziel war es, eine naturnahe und nachhaltige Freifläche mit einer Vielzahl an Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten zu schaffen, welche die kognitiven und motorischen Fähigkeiten der Kinder fördert und fordert. Zudem ermöglichen die verschiedenen Angebote die ganzjährige Nutzung des Gartens, wodurch die Kinder mit dem Lauf der Jahreszeiten vertraut gemacht werden.

Räumliche Gestaltung

Im Außenbereich unterscheiden wir zwischen den Arealen für Krippenkinder und für die Älteren. Der Krippenbereich ist mit zwei eigenen Flächen direkt an die Terrassen im Erdgeschoss des Gebäudes angegliedert und mit Spielangeboten für die unter Dreijährigen ausgestattet.

Unter fünf wichtigen pädagogischen Aspekten haben wir den Garten strukturiert:

  1. Motorik: An einem Kletterparcours wird ausgiebig geklettert und getobt, auf der Rundbahn um die große Wiese gerannt oder mit Roller gefahren. Aber auch feinmotorische Fähigkeiten können an Balancierhölzern, dem Barfußpfad oder an den Basteltischen geübt werden.
  2. Rollenspiel: Neben dem Toben ist es uns immer wichtig, Angebote für ein ruhiges, fantasieförderndes Spiel zu machen. Im Tipidorf mit seinen kleinen Häuschen werden verschiedene Rollenbilder geprobt. Es ist Rückzugsort für Kinder vom lauten Kindergartentrubel, ein Ort für konzentriertes, in sich versunkenes Spielen.
  3. Sensorik: Die Elemente erleben gehört für uns zum Spiel. Wir konnten zwei Wasserspielplätze zum Matschen und Spritzen realisieren - ein unglaublicher Spaß für die Kinder. Ein Barfußpfad schafft neue Reize und die Kinder können in den Hochbeeten in der Erde wühlen. Und natürlich schafft die dichte dschungelartige Bepflanzung mit Gräsern und Bambus ganz neue Sinneseindrücke für die Weddinger Großstadtkids.
  4. Gemeinschaft und Kommunikation: Ein „Kuschelbereich“ mit Nischen zum Rückzug in kleinen oder größeren Gruppen, Hängematten und Korbschaukel ist im stärksten eingewachsenen Bereich entstanden. Im großen Spielhaus wird sich zu Märchenstunden versammelt. Wichtig ist uns auch die Bringe- und Abholsituation zwischen Kindern, Eltern und Erziehern zu gestalten. Das Gartenhäuschen mit Regalen für Taschen, Mützen und Jacken vereinfacht das Suchen der Kindersachen für alle, Bänke für wartende Eltern erlauben ein Schwatz mit den Erziehern. Und ganz wichtig: die bunten Kindergartenfeste können auf dem Platz vor dem Gartenhäuschen und auf der großen Wiese gefeiert werden.
  5. Naturerleben: Hochbeete werden von den Kindern beackert und mit Gemüse bepflanzt. Das Gartenhäuschen mit seinem überdachten Sitzbereich erlaubt es auch mal bei nicht so schönem Wetter im Garten auszuharren. An den Tischen kann gebastelt und experimentiert werden. Wir haben den Garten so dicht wie möglich mit Weiden, Gräsern und immergrünem Bambus, als eine der wenigen nicht giftigen immergrünen Pflanzen, bepflanzt, um zu allen Jahreszeiten eine grüne Oase in der dichten Berliner Großstadt zu schaffen.