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Grün- und Freiflächenkonzeption Greifswalder Straße

Daten

Stadtumbaugebiet Greifswalder Straße
Berlin-Pankow
Planung 2018-2020
Fläche 77 ha

Das Stadtumbaugebiet liegt im Nordosten des Bezirks Pankow im Ortsteil Prenzlauer Berg, zwischen Greifswalder- und Kniprodestraße; Gürtelstraße und dem S-Bahn-Ring. Es ist geprägt von Geschosswohnungsbauten der 60er und 70er Jahre, eingebettet in großzügig durchgrünte Freiflächen. Zahlreiche Mieter*innen sind Erstbezieher der Wohnungen und haben eine starke Bindung an das Gebiet. In den nächsten Jahren wird sich eine sukzessive Veränderung der Bevölkerungsstruktur durch den anstehenden Generationswechsel und den erwarteten Zuzug von Familien vollziehen. Mit der Grün- und Freiflächenkonzeption Greifswalder Straße wollen wir mit den Anwohnern eine zukunftsfähige Vision für das Wohngebiet entwickeln.

Derzeit weisen die Grün- und Freiflächen sowie die Spiel- und Bolzplätze innerhalb des Gebietes deutliche Defizite in ihrer Gestaltung, ihrer Ausstattung und ihres Pflegezustandes auf. Schlecht einsehbare Bereiche, fehlende Beleuchtung, fehlende Übersichtlichkeit in der Wegeführung bilden "Angsträume" für die Nutzer*innen. Ausstattungen sind oft mangelhaft. Ziel ist es, die Maßnahmenvorschläge des ISEK im Grün- und Freiflächenkonzept zu vertiefen und umzusetzen und die Qualität der Grün- und Freiflächen innerhalb des Stadtumbaugebietes deutlich zu erhöhen. Konkrete Aufgaben werden in Maßnahmesteckbriefen beschrieben.

Unser Konzept zielt auf eine barrierearme Erschließung mit kurzen Wegen zwischen Wohnort, Einkaufsmöglichkeiten und identitätsstiftenden Orten, eingebettet in ein stark durchgrüntes Quartier mit Naherholungswert, ab. Hieraus lassen sich für das Konzept die folgenden 3 Handlungsschwerpunkte ableiten: Mobilität, Freiraum und Ökologie. Der gesamte Planungsprozess wird duch verschiedene Partizipationsformate für die Anwohner*innen begleitet.

Fuß- und Radmobilität

Durch die Wiederbelebung "Mühlen-Promenade" im zentralen Bereich und der "Nordpromenade" an der Michelangelostraße wollen wir die beiden vorhandenen Hauptachsen stärken. In Verbindung mit Wegeverbindungen in Nord-Süd-Richtung entsteht ein Wegenetz, dass das Quartier auf kurzen Wegen erschließen läßt. Drei thematisch unterschiedliche Rundwege erhöhen das Angebot innerhalb des Quartiers.
Neue Bänke im Abstand von maximal 100 m erhöhen den Komfort für alle Nutzer.
Entlang des neuen Wegenetzes werden Mobilitäts-Hubs in unterschiedlicher Größe und Ausstattung angeordnet. Zur besseren Orientierung im Gebiet wird ein Leit- und Orientierungssystem entwickelt.

Freiraum

Eine große Qualität des Quartiers ist die Offenheit des Freiraums. Der Großteil der wohnungsnahen Freiflächen ist frei zugänglich, Zäune sind nur in wenigen Ausnahmen vorhanden. Diese Offenheit wollen wir in enger Zusammenarbeit mit den Wohnungsbauunternehmen erhalten und für die Zukunft sichern. "Mühlen-Promenade" und "Nordpromenade" sind für uns die zentralen Gestaltungsschwerpunkte für ein lebendiges Quartier. Multicodierte Flächen entlang der Nord-Süd-Verbindungen mit halböffentlichem Charakter bilden die Übergangszonen zwischen öffentlichem und privatem Freiraum. Wir haben Spielorte für unterschiedliche Altersgruppen bis hin zu Fitnessangeboten und Mehrgenerationenplätzen vorgesehen.

Ökologie

Großzügige Vegetationsstrukturen prägen das Quartier und stellen nicht zuletzt im Hinblick auf den Artenschutz eine schützenswerte Qualität des Ortes dar. Sie sollen erhalten und qualifiziert werden. Mit gezielten Eingriffen wie Verjüngungsschnitt oder der Entnahme von Einzelgehölzen sollen die abwechslungsreichen Strukturen der Gehölzflächen wiederhergestellt und unter Berücksichtigung der Raumbildung weiterentwickelt werden. Urbane Landwirtschaft in Form von Mietergärten, Schul- und Vereinsgarten komplettiert die Grünstruktur des Kiezes und gibt ihm seinen eigenen Charakter. Maßnahmen zur Regenwasserbewirtschaftung und Gebäudebegrünung werden parallel im Projekt Networks 4 entwickelt und eingebunden.