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Wohnhof BIGyard

Daten

Zelterstraße 5-11
Berlin-Prenzlauer Berg
Bauherr Zelterstraße 5-11 GbR
Planung 2010-2011
Realisierung 2011-2012
Leistungsphasen 1-8
Bausumme 250.000 €
Fläche 1.260 qm

Deutscher Landschaftsarchitekturpreis 2013 - Sonderpreis Wohnfreiraum

Baugruppen mit vielen Mitgliedern unterschiedlichen Alters haben differenzierte Vorstellungen und Ansprüche an einen Garten. Die Idee der Gemeinschaft steht im Mittelpunkt unseres preisgekrönten Entwurfs BIGyard.

Ort und Aufgabe

Das für die Baugruppe Zelterstraße mit 60 Kindern und 90 Erwachsenen errichtete Wohnensemble (Entwurf: zanderrotharchitekten) nutzt das Grundstück in optimaler Weise aus. Durch Vorderhäuser führen Zufahrten zu den dahinter auf Erdgeschossebene gelegenen Garagen. Unsere Aufgabe war es, über diesen, in einem aufgesockelten Hof auf Ebene des ersten Obergeschosses, ein grünes Refugium für die Bewohner zu schaffen. Dieses sollte zugleich als Zugang zu den rückwärtig gelegenen Townhouses dienen. Die für den Garten zur Verfügung stehende Fläche ist dabei 95 Meter lang und lediglich 13 Meter breit.

Unser Konzept

Der Gestaltung des Innenhofes haben wir das Bild eines gemeinschaftlichen Gartens zugrunde gelegt – nicht Parzellierung, sondern zwei Rundwege und eine durchgehende Bepflanzung prägen den Charakter. Funktionale Aspekte wie Erschließung und Spielmöglichkeiten für Kinder sind dieser Idee ebenso untergeordnet und in das Gartenbild integriert wie die privateren Randbereiche.

Struktur und Bepflanzung

Die Grundstruktur wird von zwei schleifenförmigen Rundwegen gebildet, die zum unendlichen Bobby-Car-Fahren einladen. Von hier aus führen Erschließungswege zu den Eingängen der rückwärtigen Townhouses. Die Breite der Rundwege aus großformatigen Sichtbetonplatten ist auf das notwendige Minimum beschränkt. Die Trapezform der Zugangswege und die Oberflächenausführungen – rutschhemmend in den Erschließungs-, geräuscharm in den Rundwegen – wurden eigens von uns entwickelt. Hügel und Pflanzungen schaffen im Hof kleinteilige Räume mit unterschiedlichen Nutzungsangeboten. Sie sind gleichmäßig über die Kleinräume verteilt, reduzieren Konfliktpotentiale und bieten Rückzugsnischen an. Um den Gartencharakter zu betonen, haben wir Gräser und Stauden angepflanzt und darüber mit Bäumen wie Eberesche und Gleditschie einen lockeren Filter gebildet. Räumliche Akzente haben wir mit Flieder, Hortensien und Magnolien gesetzt. Unser Konzept des Wohnhofs wird durch Baumstämme, Holzpodeste, einen Brunnentrog und sogar ein Baumhaus mit Leben erfüllt. All diese Angebote können von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen benutzt werden.

Mitwachsende Angebote

Das Spielkonzept wurde auf ein Mitwachsen mit den Kindern ausgelegt. Die zumeist jungen Familien hatten zur Zeit der Erbauung Kinder im Alter zwischen 0 und 5 Jahren. Diese wachsen zusammen im Hof auf, wobei sich die Ansprüche ändern. Kann man an Stämme zunächst Schaukeln, Girlanden oder Sonnensegel knüpfen, können später Hängematten oder ein Volleyballnetz eingehängt werden. Der altersunabhängige Ansatz mit einer variablen (Spiel-)Infrastruktur und einem festen Raumgerüst lässt in der Gestaltung des Hofes Raum für Veränderung und Weiterentwicklung.